Bericht über meinen Einsatz in Griechenland

Nach dem letzten gemeinsamen aid hoc Einsatz im August und September ist Jonas Härter in Nordgriechenland geblieben und hat sich bis vor Kurzem weiter vor Ort engagiert und für aid hoc die Stellung gehalten. Über diese Zeit hat er nun einen Bericht geschrieben.

Ganz herzliche Grüsse
Arion Gastpar, Daniela Güdel, Helena Klein, Medea Messerich, David Baumann, Jonas Härter und Bastian Lehner

aid hoc - Direkte humanitäre Hilfe für Menschen auf der Flucht - aus St. Gallen und Basel

Nach der Abreise meiner aid hoc Freunde habe ich mich entschieden, mich mit meiner freiwilligen Arbeit voll und ganz auf das Flüchtlingslager Kalochori zu fokussieren. Während den fast drei Monaten in diesem Lager koordiniere ich gemeinsam mit dem „Independent Focal Point“ für das Camp, Diane, dort alle Freiwilligenarbeiten. Die unabhängige deutsche NGO IHA – InterEuropean Human Aid Association hat mich unkompliziert bei sich aufgenommen, damit ich ohne Probleme mit ihrer Bewilligung im Camp arbeiten kann. An Arbeit mangelt es uns nie. Für anfangs noch fast fünfhundert, bei meiner Abreise noch knapp vierhundert Menschen, die dort leben müssen, sind wir beide wichtige Ansprechspersonen, die täglich und über die normalen Bürozeiten hinaus anwesend sind. Unsere Aufgabe ist es, die nach wie vor erschreckend grossen Lücken zu füllen, die der Staat und staatlich beauftragte NGOs offen lassen, um konstant eine einigermassen menschenwürdige Grundversorgung sicher zu stellen.
Mit der Zeit teilen wir uns die Aufgaben zunehmend auf. Dabei fällt mir der operative Teil der Verantwortung zu, ich bin täglich im Camp und koordiniere dessen Versorgung und Projekte vor Ort, halte den Kontakt zu den anderen NGOs im Camp und den Warehouses. Zu meinen Aufgaben gehört es, sicherzustellen, dass unsere Schule für die kleinen Kinder in Betrieb bleibt, dass es Englischunterricht für die Erwachsenen gibt, dass unsere Bibliothek genutzt werden kann, dass die Schneiderwerkstatt und andere Aktivitäten den Alltag auflockern. Vor allem aber kümmere ich mich um die Versorgung mit den nötigsten Dingen. Hygieneartikel müssen mit Hilfe internationaler Spender besorgt und regelmässig verteilt werden. Kleider sortieren und verteilen wir anfangs noch selber, dann wird das aber glücklicherweise vom wunderbaren TruckShop (Project Clothes) abgelöst. Dieses Team besucht mit einem mobilen Kleiderladen, in dem gratis Winterjacken und Pullover ausgewählt werden können, die Camps. Das aufwändigste Projekt für mich aber ist die Versorgung mit ergänzender Nahrung. Zu Beginn meines Einsatzes führe ich die regelmässige Belieferung des Camps Kalochori mit frischem Gemüse ein, die aus dem grossangelegten Food Project stammen, bei dem sich unser Verein aid hoc als regelmässiger Spender beteiligt. Aufgrund meiner Doppelrolle als Koordinator im Camp und Vertreter von aid hoc werde ich auch in die Entscheidungsfindung beim Food Project miteinbezogen. Mit Hilfe des The Get Shit Done Team (nomen est omen) können wir schliesslich mit grossem Aufwand etwas gegen die bittere Kälte im Camp unternehmen, in dem wir in allen Zelten Holzböden installieren.
Zu besseren Zeiten arbeiten neben Diane und mir in Kalochori bis zu zehn nur in diesem Camp tätige Freiwillige und dazu andere Gruppen, die projektweise dort aktiv sind. Zu schlechteren Zeiten sind wir noch zu dritt. Wir versuchen stets, so viel zu leisten, wie jeweils mit den verfügbaren Helfern und materiellen Ressourcen möglich ist. Diesbezüglich ist die Situation eigentlich immer prekär, das heisst, wir leisten, was möglich ist und nicht was wir gerne alles umsetzen würden. Die Tage sind lang, zehn bis im Extremfall fünfzehn Stunden, mehrheitlich im Camp, sonst in den Warehouses, im Büro (Café im Dorf), bei Besprechungen oder im Auto. Zum Schluss hin intensiviere ich meine Zusammenarbeit mit der IHA. Da ich ohnehin schon lange mit deren und Team Bananas‘ Kernteam zusammenarbeite und die Wohnung teile, werde ich auch offiziell bei der IHA Koordinator.
aid hoc - Direkte humanitäre Hilfe für Menschen auf der Flucht - aus St. Gallen und Basel

Dafür, dass ich für so lange Zeit dieser Arbeit, von der ich voll und ganz überzeugt bin, nachgehen konnte, bin ich sehr dankbar – meiner Familie und meinen Freunden für die moralische Unterstützung und allen UnterstützerInnen von aid hoc dafür, dass sie mit ihrem Engagement solche freiwilligen Hilfeleistungen überhaupt erst möglich machen.

Unendlich dankbar bin ich den wunderbaren Menschen, die mich in dieser Zeit begleitet haben und mich immer wieder zur Fortsetzung meines Engagements motiviert haben.
Danke Adnan, grossem Nour, kleinem Nour, Diane, Franzi, Petros, Aslam, Ingrid, Vicente, Robi, Zuzana, James und vielen mehr für die Freundschaft und die Zusammenarbeit.

Danke Anita, Thalia, Jorinde, Kenya, Tanja, Lea, Emil, Jo, Lola, Paul, Antonia, Anne, Luca, Kitty, Emma, Jared, Sally, Tito für euren tollen Einsatz in Kalochori.

Danke der IHA – InterEuropean Human Aid Association, Team Bananas, Epigrafes Nea Magnisia, Help Refugees, ADRA Slovensko, The Get Shit Done Team, GBGE Galdakaoko Boluntarioen Gizarte Elkartea, Conductors Solidaris de Catalunya und vielen weiteren für die tolle Zusammenarbeit.

Für Eure Unterstützung und Interesse danke ich Euch von Herzen – persönlich, wie auch im Namen von aid hoc. Ohne Euren Support wäre das alles nicht möglich.

Für alle die gerne einen ausführlicheren Bericht von Jonas Härter oder noch mehr Informationen über die Situation in Griechenland möchten, können sich gerne bei uns melden. aid hoc - Direkte humanitäre Hilfe für Menschen auf der Flucht - aus St. Gallen und Basel aid hoc - Direkte humanitäre Hilfe für Menschen auf der Flucht - aus St. Gallen und Basel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.