Aktuelle Lage vor Ort – Nordgriechenland / Juni

Foodproject und Ramadanpakete

Liebe Freunde, Familie, Bekannte und Unbekannte

Nach dem Newsletter im Februar und dem Einsatzbericht von Daniela Güdel im April möchten wir euch über die weiteren Aktivitäten von aid hoc im ersten Halbjahr 2017 ein Update geben. Mit Freude dürfen wir euch berichten, dass wir seit Jahresbeginn die flüchtenden Menschen in Griechenland und Serbien mit grossartigen rund 30‘000 Franken unterstützen durften.

Ganz herzliche Grüsse
Arion Gastpar, Daniela Güdel, Helena Klein, Medea Messerich, Sophie Huemer, David Baumann, Jonas Härter und Bastian Lehner

Foodproject und Ramadanpakete

Aktuelle Lage vor Ort – Nordgriechenland

Von Ende Januar bis Ende April hat Jonas Härter das Engagement vor Ort von aid hoc in den Flüchtlingsunterkünften um Thessaloniki fortgesetzt. Sein demnächst erscheinender Einsatzbericht wird detailliertere Informationen zur aktuellen Lage in Nordgriechenland und unserer Arbeit enthalten.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass im Verlaufe des harten Winters die meisten flüchtenden Menschen aus ihrer sehr prekären Situation in Zeltlagern in provisorische Unterkünfte wie Hotels, Feriensiedlungen oder Wohnungen umgesiedelt wurden. Dies verbesserte einerseits die Wohnsituation, erschwert aber aufgrund der Dezentralisierung die Arbeit der NGOs vor Ort extrem. Alle ordentlich registrierten Flüchtenden erhalten unterdessen mittels einer sogenannten Cashcard monatlich einen gewissen Betrag (identisch der Mindestunterstützung griechischer Sozialfälle), um alltägliche Anschaffungen selbst zu tätigen und sich auch selbständig zu verpflegen. Da dieser Betrag sehr niedrig ist und sich die Unterkünfte häufig ausgesprochen abgelegen ohne Anbindung an den öffentlichen Verkehr befinden, ist die zusätzliche Unterstützung dieser Menschen aber noch immer bitter nötig. Die Arbeit der freiwilligen Helfer um Thessaloniki beinhaltet nun weniger die unmittelbare Nothilfe, sondern eher materielle Unterstützung im Alltag und längerfristig angelegte Hilfe, wie Bildungsprojekte, community centres, psychosoziale Unterstützung etc. Das „Relocationprogram“ der EU, durch welches Griechenland mittels Umsiedlung der Flüchtenden in andere europäische Länder entlastet werden soll (und an dem auch die Schweiz freiwillig teilnimmt), hat zwar erste Erfolge erzielt, aber es geht bedauerlicherweise ausgesprochen langsam voran. Neuerdings werden zudem Neuankömmlinge von den Inseln in die Unterkünfte auf dem Festland umgesiedelt.

Lagerhaus hilfsgüter Nordgriechenland

 

Truckshop, Lagerhaus und Social Shop

Grundlegend für die Versorgung der Menschen mit Sachspenden ist ein gut funktionierendes Lagerhaus. Zur besseren und fairen Verteilung wurde neben dem „Truckshop“, ein zum Gratis-Kleiderladen umgebauter Lastwagen, kürzlich in Thessaloniki ein Social Shop eröffnet, in dem sowohl Menschen auf der Flucht wie auch bedürftige Griechen Unterstützung erhalten.
aid hoc unterstützt die Betreibung des Lagerhauses aktuell mit der Übernahme von zwei Monatsmieten und Stromrechnungen im Wert von Fr. 2500.– .

Gratis Kleiderladen flüchtlinge

Gratis Kleiderladen flüchtlinge

Foodproject und Ramadanpakete

Weiterhin unterstützen wir das grossangelegte „Foodproject“, durch welches ca. 8000 Menschen zweimal wöchentlich frisches Gemüse, Früchte und Trockennahrungsmittel erhalten mit monatlich 2000 Euro.
Jonas Härter ist im Rahmen seiner Arbeit vor Ort weiterhin stark involviert im Foodproject – bei der Verteilung in verschiedenen Unterkünften einerseits und als beratende Stimme auf Ebene der Gesamtorganisation andererseits.
Zusätzlich entschieden wir uns in Ergänzung zum Foodproject ein Projekt mit 5000 Euros zu unterstützen. Im Rahmen dieses Projektes werden während dem Ramadan – ein Monat während dem die Menschen des islamischen Glaubens nur zwischen Sonnenunter- und -aufgang essen und trinken dürfen – Essenspakete verteilt. Mit einer Projektsumme von rund 140‘000 Euro werden 5000 Menschen in 18 Camps und anderen Unterkünften in Nord- und Zentralgriechenland mehrmals wöchentlich für 30 Tage mit Fladenbrot, Früchten, Datteln, Saft und traditionellen Süssigkeiten versorgt.

Foodproject und Ramadanpakete

Foodproject und Ramadanpakete

Foodproject und Ramadanpakete

Windeln

Bei unserer Arbeit vor Ort hat sich im Laufe des Frühjahres eine immer drängendere Knappheit von Windeln, die normalerweise in den Volunteer-Lagerhäusern in Nordgriechenland für Verteilungen bereitstehen, abgezeichnet. Gemeinsam mit zwei kleineren Vereinen aus Holland und Spanien, die aid hoc in vieler Weise sehr ähnlich sind, und den Spenden, die eine Freiwillige eigenständig gesammelt hat, konnten wir einen Vorrat an Windeln (21’000 Stück in verschiedenen Grössen) anschaffen, damit diese an die bedürftigen Familien verteilt werden können. Die sofortige, unkomplizierte finanzielle Unterstützung beim Lösen akuter Mängel und Probleme vor Ort stellt weiterhin eine der Stärken von aid hoc dar.

BelgrAid – Transporter

Durch Daniela Güdel konnten wir auch in Belgrad vertrauenswürdige Partner für unsere Investitionen gewinnen. Dank euren grosszügigen Spenden konnten wir die NGO „Belgraid“ bei der Anschaffung von zwei Kleinbussen mit 2000 Euro unterstützen. Belgraid beliefert 1000-2000 flüchtende Menschen in den Strassen und Camps rund um Belgrad mit einer warmen Mahlzeit. Ausserdem betreiben sie ein grosses Lagerhaus für Sachspenden und verteilen diese. Die im Erfahrungsbericht von Daniela Güdel beschriebene illegale Barackensiedlung in Belgrad wurde polizeilich geräumt, weshalb auch dort die Verteilung der Güter dezentraler und somit komplizierter geworden ist. Die zwei Kleinbusse sind daher für die Arbeit von Belgraid unabdingbar und wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt mitfinanzieren konnten.

Ohne eure grosszügigen Spenden wäre unsere Arbeit in keinster Weise möglich. Wir möchten uns bei all unseren SpenderInnen von ganzem Herzen für die fantastische Unterstützung bedanken!
Wir sind weiterhin angewiesen auf eure Spenden, um die laufenden Projekte weiterführen zu können und auch in Zukunft rasch, unkompliziert und zuverlässig auf akut auftretende Missstände reagieren zu können.

Belgraid Auto Lieferwagen spende

aid hoc intern

Wir freuen uns auch, Sophie Huemer als neues Mitglied bei aid hoc begrüssen zu dürfen. Sie war während dem April für vier Wochen in Griechenland und konnte dort zusammen mit der Organisation „IHA“, bei welcher auch Jonas tätig ist, grossartige Hilfe leisten. Auch für sie war das Thema nach der Rückkehr nicht abgeschlossen, sodass wir sie für aid hoc gewinnen konnten. Auch sie wird in den kommenden Wochen einen Bericht über ihren Aufenthalt schreiben und somit euch über ihr Erlebtes informieren.
Jonas Härter, der nun seit 6 Wochen wieder in der Schweiz weilte, hat sich nun entschieden Mitte Juni erneut nach Griechenland zu gehen und seine vorherigen Aufgaben weiterzuführen. Aktuell hat er sich keine zeitliche Limite gesetzt, sodass wir auch ihn auch weiterhin vor Ort haben und rasch auf die nötigen Bedürfnisse reagieren können.

Anlässe in den vergangenen Monaten

Solifest

Zusammen mit „Zunder“ konnte aid hoc im März ein Solifest unter dem Motto „Wir haben den Sinn von Grenzen nie verstanden“ organisieren. Es wurden viele Tausend Jahre Migration gefeiert, für die Bewegungsfreiheit, Gleichberechtigung getanzt und die unmenschlichen Ausschaffungen thematisiert. Die Geldspenden kamen aid hoc zu Gute.

 

Benefizkonzert

Im Februar fand in der Militärkantine in St.Gallen ein Benefizkonzert des Trios „Reverie d‘Hiver“ statt. Es kamen rund 4000 Franken zusammen, welche von Medea Messerich, Patrick Osterwalder und Florian Gschwend gänzlich an aid hoc gespendet wurden. Herzlichen Dank!

 

SP-Hauptversammlung Stadt St. Gallen

Wir von aid hoc haben die Möglichkeit erhalten unsere Arbeit an der SP-Hauptversammlung vorzustellen. Dieser Aufgabe nahmen sich Arion Gastpar, Dave Baumann und Bastian Lehner an und so konnten sie vor ungefähr 60 Personen einen kleinen Vortrag mit dem Beschrieb unserer Aktivitäten, einigen Bildern und Erzählungen halten – vielen Dank für diese Möglichkeit!

Helfen

Geldspenden können auf unser Konto einbezahlt werden. Daueraufträge sind auch möglich und sind uns einen grosse Unterstützung um eine konstante Hilfe vor Ort zu gewährleisten. Neu sind wir auch offiziell steuerbefreit und können euch eine Spendenquittung ausstellen.

IBAN: CH30 8000 5000 0546 4499 1
Zahlungszweck: Spende von Name, Email
Kontoinhaber: Verein aid hoc
Adresse: Parkstrasse 16, 9000 St. Gallen

Wir freuen uns sehr über solidarische Unterstützung – weiterleiten des Emails an Interessierte, Facebook likes und das Wichtigste: teilt, sprecht, lest über diese Thematik, lasst es nicht in Vergessenheit geraten!

Für alle, die sich überlegen vor Ort einen Einsatz zu leisten, helfen wir gerne bei der Planung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.