Kleiner Jahresrückblick, Baby Hammams und Watershed  

Als erstes möchten wir euch die gute Nachricht überbringen, dass die Kleider von unserer Sammlung in St.Gallen Mitte Dezember nach einigen organisatorischen Hürden vor 4 Wochen in einem Spendenlagerhaus in Athen angekommen sind. Ergänzt mit Sachspenden von anderen Schweizer NGOs, konnte sogar ein 40-Tonnen Lastwagen gefüllt werden. Grösstenteils ist die Ware auch bereits auf die Inseln verfrachtet worden, wo die Situation für die Menschen auf der Flucht nach wie vor am prekärsten ist.

St. Gallen - Griechenland Kleider- und Hilfsgütertransport

Es ist uns eine Freude, euch im Folgenden einen kurzen Überblick über unsere Investitionen im Jahr 2017 zu geben. Insgesamt konnte aid hoc über 70‘000 CHF Spendengelder sammeln und diese in unterschiedliche Projekte zur Unterstützung von Menschen auf der Flucht in Griechenland und Serbien investieren. Diese grandiose Summe macht uns sprachlos und wir möchten euch an dieser Stelle von ganzem Herzen für die grosszügige Unterstützung danken!
Die Auflistung stellt nur eine grobe Übersicht dar. Die detaillierte Jahresabrechnung kann bei Interesse jederzeit bei uns eingesehen werden.

  • Nothilfe beim Wintereinbruch Januar/Februar 2017 auf Lesbos und in Athen sowie Belgrad: Insgesamt rund 12‘000 CHF für Nothilfe wie Feuerholz, Notessrationen, Winterschuhe etc.
  • Belgraid Van: 2200 CHF an die NGO Belgraid, welche 1500 Menschen im Raum Belgrad u.a. mit warmem Essen und Hygieneartikel versorgt und dazu zwingend auf ein Fahrzeug angewiesen ist.
  • Medizinisches Material für Belgrad, Athen und Patras insgesamt rund 2000 CHF.
  • Wöchentliche Versorgung mit frischem Obst, Gemüse und Trockennahrung als Teil des Food Projects im Raum Thessaloniki mit insgesamt ca. 25‘000 CHF.
  • Unser Auto in Thessaloniki bekamen wir grosszügigerweise kostenfrei geliehen. Für Benzin, Reparaturen, Versicherungen etc. fielen allerdings Kosten von ca. 1500 CHF an.
  • Miete und Stromkosten für das Lagerhaus in Thessaloniki, wo Sachspenden für ganz Nordgriechenland zwischengelagert und umsortiert werden:  2200 CHF
  • Tagesausflug mit den Kindern vom Dramacamp 250 CHF
  • Social store und Truck shop: Läden, wo sich hilfsbedürftige Menschen um Thessaloniki mit Sachspenden und Hygieneartikeln (inkl. Windeln) eindecken können, ca. 2500 CHF
  • Spesen während Jonas Härters Einsatz vor Ort, rund 1500 CHF
  • Sachspendentransporte: 600 CHF für einen Winterkleidertransport im November 2017.Nicht mehr auf der Abrechnung von 2017 erscheint der kürzliche Transport von 40 Tonnen Sachspenden nach Griechenland.

An der letzten Vorstandsitzung vom 28. Januar haben wir uns intensiv mit möglichen zukünftigen Projekten auseinandergesetzt. Auch wenn Jonas Härter seinen humanitären Einsatz in Nordgriechenland nach fast 1.5 Jahren auf Ende 2017 beendet hat, ist es für uns fundamental auch zukünftig eine direkte Vertrauensperson vor Ort zu haben. Die Situation und die Bedürfnisse ändern sich rasant und auf offizielle Angaben ist häufig kein Verlass. Es freut uns daher ausserordentlich in Anoushka Morrison, welche über Monate in enger Zusammenarbeit mit Jonas Härter unser Vertrauen gewonnen hat, eine solche Person gefunden zu haben. Mitte Januar reiste Anoushka im Auftrag von aid hoc nach Lesbos, um dort einen Überblick über die Situation zu erlangen und uns diese in einem Bericht zu schildern. Seit dem Türkei-EU-Deal sind tausende Menschen auf den griechischen Inseln blockiert. Aufgrund unklarer politischer Verhältnisse werden aktuell zwar nur wenige Menschen in die Türkei zurückgeschickt, allerdings werden die Flüchtenden auch nur sehr zögerlich aufs Festland weiter gebracht. Aus diesem Grund ist das ursprünglich für 1700 Menschen konzipierte Moria-Camp aktuell mit ca. 6000 Menschen massiv überbelegt. Zusätzlich leben viele Menschen in ungenügenden Unterkünften wie Iglu-Zelten in direkter Nachbarschaft zu Moria. Aus Anoushkas Bericht geht deutlich hervor, dass die dringlichsten Probleme im Bereich der sanitären Anlagen zu finden sind: bis vor kurzem kaum funktionierende und nur Kaltwasserduschen, keine Waschmöglichkeit für Kleinkinder, keine Abfallentsorgung, ein defektes Abwassersystem, stark verschmutze WCs usw. Die NGO „watershed foundation“ ist seit einigen Monaten sehr um die Verbesserung der hygienischen Bedingungen bemüht. Die freiwilligen Helfer sahen sich gezwungen aufgrund des unvorstellbaren Ausmasses der Mängel irgendwann selbstständig einzugreifen. „Watershed foundation“ repariert beispielsweise Duschen, WCs, Wasserleitungen, Solarpanels. Des Weiteren setzen sie sich für das Funktionieren der Abfallentsorgung ein, platzieren und leeren Abfalleimer und versuchen in Zusammenarbeit mit regierungsnahen Organisationen die regelmässige Reinigungen der Sanitäranlagen sicherzustellen.

Badestationen für Kleinkinder Moria - Lesbos

Ein weiteres Projekt, welches die beschriebenen Missstände aus unserer Sicht auf sehr sinnvolle Weise bekämpft, ist die NGO „Little happy family“ mit ihren „Baby Hammams“. Dies sind Räumlichkeiten in der Nähe von Moria, welche fünf Badestationen für Kleinkinder mit warmem Wasser, Wärmelampen, sauberen Tüchern und Windeln etc. bieten. Wir möchten helfen, den Weiterbetrieb dieser für die Mütter und Kinder so wichtigen Anlage zu sichern.

Baby Hammams Projekt Moria - Lesbos

Aufgrund des nassen Wetters und der kühlen Temperaturen ist es uns ein grosses Anliegen, die Arbeit dieser beiden Partnerorganisationen möglichst rasch finanziell unterstützen zu können.

Jeder Spendenbetrag hilft uns dabei, gemeinsam die unwürdigen Bedingungen vor Ort zu verbessern.

Mit herzlichen Grüssen

Arion Gastpar, Daniela Güdel, Helena Klein, Medea Messerich, Sophie Huemer, David Baumann, Bastian Lehner und Jonas Härter

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