Humanitäre Hilfe für Menschen auf der Flucht

Spende Berichte

Liebe Unterstützer*innen

Schweren Herzens möchten wir euch mitteilen, dass wir in der letzten Vorstandsitzung beschlossen haben, nach mehr als sechs Jahren den Verein aid hoc per Ende März 2023 aufzulösen. Wir stehen weiterhin mit voller Überzeugung hinter der wichtigen Arbeit unserer Partnerorganisationen in Griechenland. Es ist uns jedoch in letzter Zeit zunehmend schwergefallen, unser Engagement mit sich wandelnden beruflichen und privaten Herausforderungen zu vereinbaren.

Wir gründeten den Verein 2016 nach der Rückkehr von unserem ersten gemeinsamen Freiwilligeneinsatz in den Flüchtlingslagern Nordgriechenlands. Tief erschüttert durften wir euch aus erster Hand von den schockierenden Erfahrungen und dem schwierigen Schicksal der geflüchteten Menschen erzählen und im Gegenzug eure unglaubliche Solidarität erleben. Seither haben wir gemeinsam mit euch viel erreicht: Menschen wurden mit Essen, Kleidern, Schlafsäcken, Zelten u.v.m eingedeckt, erhielten medizinische Versorgung und Bildung oder wurden bei rechtlichen Problemen und auf ihrem steinigen Asylweg von Anwält:innen unterstützt. Wir sind dankbar für die prägenden Erfahrungen und auch stolz darauf, was wir gemeinsam mit euch aufgebaut haben.

Sechs Jahre sind aber auch eine lange Zeit und wir haben uns alle privat wie auch beruflich weiterentwickelt und neue Wege eingeschlagen. Diese Veränderungen haben immer mehr Energie von den einzelnen Mitgliedern abverlangt. Der verantwortungsvolle Umgang mit Spendengeldern hat stets oberste Priorität und es wird zunehmend schwieriger, diese Arbeit zu unserer vollen Zufriedenheit auszuüben. Erschwerend kommen die aktuellen geopolitischen Ereignisse dazu, welche den öffentlichen Fokus weg von der Flüchtlingsproblematik in Griechenland gelenkt und das Sammeln von Spendengeldern für uns deutlich erschwert haben.

Aus all diesen Gründen sind wir zum Schluss gekommen, dass unsere Kapazitäten nicht mehr ausreichen, um die solide Brücke aufrechtzuerhalten, welche wir zwischen euch und den Partnerprojekten vor Ort geschlagen haben.

Diese Entscheidung haben wir unseren Partnerorganisationen frühzeitig mitgeteilt. Aufgrund der schwierigen Spendensituation wird unser Abgang aber dennoch eine grosse finanzielle Lücke hinterlassen. Darum möchten wir mit einer zusätzlichen Spende Ende Jahr den Organisationen mehr Zeit geben, um sich neue finanzielle Mittel zu beschaffen.

Wir möchten euch daher ein letztes Mal um Unterstützung bitten. Die Spenden werden wie immer vollumfänglich unseren Partnerprojekten zugutekommen: Dem Human Rights Legal Project auf Samos, dem Legal Centre Lesvos und Equal Legal Aid in Thessaloniki, welche sich alle für die Rechte der Menschen, faire Asylprozesse und das Einhalten der Menschenrechte einsetzen sowie der Crisis Management Association auf Lesbos, die im dortigen Lager die medizinische Versorgung sicherstellt.

Wir möchten uns von Herzen bedanken für die grosszügige emotionale, ideelle und finanzielle Unterstützung, welche wir über die letzten sechs Jahre erfahren durften. Ebenfalls danken wir euch bereits für eine letztmalige Unterstützung, die uns einen würdigen Abschluss unserer Arbeit und den Partnerprojekten eine etwas leichtere nahe Zukunft ermöglichen wird.

Wir werden uns zur gegebenen Zeit noch einmal mit einem Update zu den Projekten und zur Vereinsauflösung bei euch melden. Falls ihr mit uns Kontakt aufnehmen möchtet, freuen wir uns über persönliche Gespräche oder Rückmeldungen per E-Mail.

Herzlich euer aid hoc Team

Basti, Medea, Sophie, David, Daniela, Helena, Jonas



Über uns
Wir sind eine kleine NGO aus der Schweiz, die Menschen auf der Flucht am Rande Europas unterstützt. Vor Ort leisten wir humanitäre Direkthilfe und versuchen möglichst unmittelbar auf die dringendsten Bedürfnisse zu reagieren. Dafür sammeln wir in der Schweiz Geld- und Sachspenden, die durch unsere Mitglieder bzw. Partner vor Ort sinnvoll und wirksam eingesetzt werden.

Wer?
Wir sind acht Freund*innen aus St. Gallen und Basel, die sich aus Überzeugung für Menschen einsetzen, die vor Krieg und Verfolgung nach Europa geflohen sind. Im Sommer 2016 haben wir einen Hilfseinsatz in Nordgriechenland geleistet. Nach unserer Heimkehr war klar, dass wir weiter Unterstützung leisten wollen und gründeten die Hilfsorganisation aid hoc. Dabei verbindet uns die gemeinsame Überzeugung zum freiwilligen Engagement und das Gefühl, bei dieser humanitären Katastrophe nicht hilflos zusehen zu wollen.

Warum?
Viele Geflüchtete leben nach wie vor in Lagern unter prekärsten Bedingungen: Sie schlafen in Zelten oder gar unter freiem Himmel, die sanitären Anlagen sind stark überlastet, die Trinkwasserversorgung ist unzureichend und die mangelnde Abfallentsorgung führt zur Verbreitung von Ratten und Ungeziefer. Die einseitige Ernährung begünstigt Mangelerscheinungen und die medizinische Versorgung ist ungenügend. Hinzu kommt die enorme psychische Belastung durch den Verlust sozialer Netzwerke, die Ungewissheit durch intransparente, langwierige Asylverfahren und fehlende Arbeit beziehungsweise Schulbildung. Viele Flüchtende erreichen Europa bereits schwer traumatisiert. In Folge kommt es zu Traumafolgestörungen mit Angst und Depression.

Und trotzdem ist die Thematik in den letzten Jahren zunehmend aus den Medien, der politischen Diskussion und den Köpfen der europäischen Bevölkerung verschwunden. Hilfe wird aber noch immer dringend benötigt!

Wie?

In Griechenland waren wir bis Ende 2020 permanent durch ein Gründungsmitglied vertreten. Dadurch konnten wir über die Jahre ein umfassendes Netzwerk aus griechischen und internationalen Partnerorganisationen aufbauen. Seither besuchen wir unsere Partnerprojekte regelmässig im Sinne von Projektvisiten, wenn möglich jeweils kombiniert mit einem humanitären Freiwilligeneinsatz eines Vorstandmitglieds. In der Schweiz sammeln wir vor allem Geldspenden, um diverse Partnerprojekte zu unterstützen. Dank der unkomplizierten Vereinsstruktur und der guten Vernetzung vor Ort können wir innert Stunden finanziell aushelfen, wo grössere NGOs mit trägem administrativem Apparat eine Versorgungslücke hinterlassen. Zusätzlich sammeln wir in der Schweiz jährlich Winterkleider und organisieren deren Transport zu den Flüchtlingslagern.
Für all unsere Einsätze und Investitionen ist uns die Zusammenarbeit mit Langzeithelfer*innen und Partnerorganisationen in Griechenland sehr wichtig. Das gegenseitige Vertrauen macht uns zu flexiblen, fairen und zuverlässigen Partnern vor Ort. Somit können wir garantieren, dass die Spenden direkt und in vollem Umfang Menschen auf der Flucht zu Gute kommen. In Notsituationen können wir schnell und unkompliziert helfen und so beispielsweise Brennholz, Zelte oder Schlafsäcke finanzieren. Ausgewählte Projekte unterstützen wir langfristig. Dabei liegt der Fokus auf medizinischer Versorgung, Rechtshilfe und Hilfsgüterverteilungen (Kleider, Schuhe, Hygieneartikel etc.). Je nach Organisation sieht diese Zusammenarbeit unterschiedlich aus. Zum Beispiel übernehmen wir die Kosten für die Raummiete einer Klinik, finanzieren eine zusätzliche Rechtsanwältin oder übernehmen direkt die Ausgaben von Hilfsgütereinkäufen. Nach Möglichkeit versuchen wir dabei, lokale Betriebe und Lieferanten zu berücksichtigen.

Berichte

Unser Engagement als aid hoc endet

Liebe Unterstützer*innen Schweren Herzens möchten wir euch mitteilen, dass wir in der letzten Vorstandsitzung beschlossen haben, nach mehr als sechs Jahren den Verein aid hoc per Ende März 2023 aufzulösen. Wir stehen …

Dringender Spendenaufruf

Wie ihr den Medien sicherlich bereits entnommen habt, ist die Grenze der Belastbarkeit in Griechenland erreicht. Jonas ist vor Ort und versucht mit unseren Partnerorganisationen vor Ort weiterhin alle Aufgaben …

Flüchtlingscamp auf Samos, 2019

Samos, 22.12.19

Kurz vor Weihnachten melden wir uns in diesem Jahr bei euch. Bevor das Jahr zu Ende geht, möchten wir euch nochmal einen Einblick in die Situation vor Ort geben. Auf …

Feuer in Flüchtlingslager

Grossbrand in Samos

In der letzten Nacht ist im Hotspot auf Samos ein Brand ausgebrochen, dabei wurden zahlreiche Zelte und Hütten zerstört. Die Brandursache konnte bis jetzt nicht geklärt werden. Mehrere Hundert Menschen, …